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Geräumiger Innenhof des Gewandhauses in Leipzig mit vielen Fenstern und orangefarbenem Licht am Abend.
Juni 2026

Hinter den Kulissen des Gewandhauses Leipzig

Unsere erste Juni-Veranstaltung führte den Medienklub Leipzig an einen der bekanntesten Kulturorte der Stadt: ins Gewandhaus Leipzig. Unter dem Thema „Hinter den Kulissen des Gewandhauses“ erhielten wir besondere Einblicke in die Geschichte, Architektur und technische Dimension dieses Hauses.
Eingeladen hatte Peter Thielemann, ehemaliger Technischer Leiter und zeitweiliger Verwaltungsleiter des Gewandhauses. Er begrüßte uns im Foyer des Mendelssohn-Saales und nahm uns mit auf einen Rundgang, der weit mehr war als eine klassische Hausführung. Es ging um Musikgeschichte, Stadtgeschichte, Baugeschichte, Akustik, Technik und die besondere Rolle des Gewandhauses für Leipzig.

Die drei Gewandhäuser und der Weg zum heutigen Bau

Zu Beginn ordnete Peter Thielemann die Geschichte des Gewandhauses ein. Dabei wurde deutlich, dass das heutige Konzerthaus am Augustusplatz nicht einfach „das alte Gewandhaus“ ist, sondern bereits das dritte Leipziger Gewandhaus.
Der Name reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert. Das erste Gewandhaus befand sich in einem Gebäude, das ursprünglich mit dem Tuchhandel verbunden war. Später entstand das zweite Gewandhaus im Musikviertel. Der heutige Bau am Augustusplatz wurde 1981 eröffnet und ist bis heute einer der prägenden Konzertorte Leipzigs.
Eine wichtige Rolle spielte dabei Kurt Masur. Peter Thielemann machte anschaulich, wie groß Masurs Einfluss und internationales Ansehen waren und welche Bedeutung seine Persönlichkeit für den Bau des modernen Gewandhauses hatte. Gerade diese Verbindung aus Musik, Stadtentwicklung und persönlichem Engagement machte den Einstieg in die Führung besonders spannend.

Modelle, Geschichte und ein Blick in die bauliche Entwicklung

Nach der Einführung im Foyer des Mendelssohn-Saales führte der Rundgang weiter in den Bereich des Restaurants am Großen Saal. Dort befindet sich ein kleines Museum mit Modellbauten, anhand derer sich die bauliche Entwicklung des Gewandhauses vom 18. Jahrhundert bis heute besonders gut nachvollziehen lässt.
Die Modelle halfen dabei, die unterschiedlichen Standorte und Bauformen der drei Gewandhäuser besser einzuordnen. Aus der reinen Erzählung wurde so ein anschaulicher Blick auf mehr als zwei Jahrhunderte Leipziger Musik- und Baugeschichte.
Für den Medienklub war genau dieser Perspektivwechsel besonders interessant: Das Gewandhaus ist nicht nur ein Ort für Konzerte, sondern auch ein Stück Stadtgeschichte. An seiner Entwicklung lässt sich ablesen, wie eng Musik, bürgerschaftliches Engagement, Architektur und die kulturelle Identität Leipzigs miteinander verbunden sind.

Im Seitenflügel des Großen Saales

Ein besonderer Moment der Führung war der Besuch im Seitenflügel des Großen Saales. Während unten auf der Hauptbühne bereits die Instrumente für das Abendprogramm vorbereitet wurden, konnten wir aus einer ungewohnten Perspektive auf den Saal und seine technischen Abläufe schauen.
Auf der Bühne standen zwei professionelle Steinway-Flügel. Dazu kam der Blick auf die große Orgel, die fest in den Saal eingebaut ist und mit ihren tausenden Pfeifen den Raum eindrucksvoll prägt. Besonders spannend war der Hinweis, dass die Orgel auch über einen zusätzlichen Spieltisch aus der Ferne bedient werden kann.
Die technische Dimension dieses Konzertsaales wurde hier besonders greifbar. Was Besucherinnen und Besucher bei einem Konzert meist nur als harmonischen Gesamteindruck erleben, entsteht hinter den Kulissen durch präzise Planung, eingespielte Abläufe und eine hochprofessionelle technische Betreuung.

Größe, Klang und Präzision

Die Größe des Großen Saales und seine akustische Präzision beeindruckten alle Besucher dieser Veranstaltung. Der Blick hinter die Kulissen machte deutlich, wie viel technische und organisatorische Arbeit nötig ist, damit ein Konzert später scheinbar mühelos wirken kann.
Gerade diese Verbindung aus Architektur, Klang und Technik war einer der stärksten Eindrücke des Besuchs. Das Gewandhaus ist ein Ort, an dem künstlerische Qualität und technische Präzision unmittelbar zusammenkommen. Für den Medienklub war es besonders spannend, diesen Zusammenhang nicht nur erklärt zu bekommen, sondern ihn direkt im Raum erleben zu können.
Peter Thielemann vermittelte die Informationen mit großer Sachkenntnis und vielen persönlichen Einblicken aus seiner langjährigen Arbeit am Haus. Dadurch wurde der Rundgang nicht nur informativ, sondern auch sehr lebendig.

Ein Besuch mit Fortsetzung

Am Ende war schnell klar: Es gibt im Gewandhaus noch viel mehr zu sehen und zu erzählen. Deshalb wurde bereits ein Folgetermin ins Auge gefasst. Der Besuch hat gezeigt, dass dieser Ort weit über den Konzertbetrieb hinaus viele Geschichten bereithält – über Leipzig, über Musik, über Technik und über Menschen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass große Kultur möglich wird.
Herzlichen Dank
Unser herzliches Dankeschön gilt Peter Thielemann für die Einladung, die kenntnisreiche Führung und die spannenden Einblicke hinter die Kulissen des Gewandhauses.
Ebenso danken wir den hochprofessionellen Kolleginnen und Kollegen des Gewandhauses, die diesen besonderen Besuch möglich gemacht haben. Für den Medienklub Leipzig war es ein eindrucksvoller Termin an einem der bedeutendsten Kulturorte unserer Stadt.
Bildergalerie
Die Bildergalerie zeigt Eindrücke unseres Besuchs im Gewandhaus Leipzig – vom Foyer des Mendelssohn-Saales über die Modelle zur Geschichte der drei Gewandhäuser bis hin zu besonderen Blicken in den Großen Saal und hinter die Kulissen des Konzertbetriebs.
Gruppe von Menschen steht zwischen großen Steinstatuen im Völkerschlachtdenkmal in Leipzig.
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